Trackingweichen (Parameter Tracking)

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Aufgrund einer sauberen Trennung und Analyse der jeweiligen Werbekanäle
arbeiten einige Betreiber mit so genannten Trackingweichen.
Diese Methode ist nicht unbedingt perfekt und bringt einige Nachteile im Affiliate-Marketing mit sich
auf die ich in diesem Beitrag eingehen will.

Trackingweiche




Ausgangsposition
Ein Merchant betreibt ein Affiliate Programm über mehrere Netzwerke und Dienstleister.
Jeder dieser einzelnen Parteien kann über seine Affiliates oder Werbeeinblendungen Cookies setzen
und somit den Trackingcode bei Abschluss einer Bestellung ansprechen und Auslösen.
Hierbei können so genannte Doppelbuchungen entstehen die dann der Betreiber,
meist nach dem “Last Cookie Wins” Verfahren entsprechend bearbeitet.
Hier wird geprüft wer den letzten Kontakt mit dem Kunden hatte und zum eigentlichen Verkauf geführt hat.
Die Anzahl der doppelt erfassten Provisionen lag in der Vergangenheit bei vielleicht 3%, ein eher
unbedenklicher Wert.
Durch die Erweiterung der Trackingmethoden kann dieser Wert unter Umständen in Zukunft ansteigen.
Teilweise ist dies bei einigen Partnerprogrammen schon ersichtlich.


Bei Erfassung aller Provisionen mit einem “offenen System” erhöht sich leider auch die Stornoquote
des Partnerprogramms. Wer alles erfasst, Fair und sauber trackt kommt zwangsläufig bei vielen
teilnehmendenAffiliates in die Zwickmühle.
Doppelbuchungen werden storniert und nur ein Affiliate bekommt die Provision.
Fazit: die anderen Affiliates können verärgert reagieren.


Trackingweichen
Um dem entgegen zu wirken kommen vermehrt Trackingweichen in´s Spiel.
Hierbei bekommt jedes Netzwerk einen eigenen Link für die Zuordnung, klickt ein Besucher auf das Werbemittel
wird der Link aufgerufen, erreicht den Shop und bekommt vom Merchant einen Gegencookie für die
Identifizierung gesetzt. Beim erneuten Besuch der Webseite (Kunde war z.B. unentschlossen) wird der
Gegencookie ausgelesen und die Zuordnung des Netzwerkes wird bestimmt.
Im Gegensatz zu einem offenen Tracking werden nun bei Bestellabschluss nicht alle Trackingcodes
der Netzwerke eingeblendet, sondern nur der Trackingcode des durch den Gegencookie identifizierten Netzwerkes.
In einigen von mir getesteten Fällen konnten diese System nicht mal erkennen ob eventuell 2 Vermittlungen
beteiligt waren um logischerweise dann auch 2 Codes einzublenden.
Theoretisch müssten auch verschiedene Gegencookies gesetzt werden (View und Klick) um hier auch noch mal
eine Unterscheidung und Zuordnung fahren zu können.
Ein ganz erhebliches Problem ist hierbei auch dass die Cookiesetzung von den jeweiligen Netzwerken eigentlich
umgangen wird. Es zählt hierbei nur noch der Gegencookie des Merchants, ändert dieser seine Cookielaufzeit
können mal schnell aus 30 oder 90 Tagen, 10 werden.
Das Netzwerk verliert somit die Möglichkeit unabhängig kontrollieren zu können und muss sich voll auf die
Technik eines Merchants verlassen.
Die meisten Netzwerke haben jahrelange Erfahrung was das Thema Tracking angeht, blockiert ein Werbeblocker
oder Browser eine Werbeart wird durch die Netzwerke generell schnell gehandelt und es kommen Anpassung.
Diese Marktbeobachtung kann ein einzelner Merchant einfach nicht haben da es nicht sein Aufgabengebiet ist.
Bestes Beispiel:
Fast jedes Netzwerk bietet ein “Fingeprint Tracking” an – werden Cookies durch Browser,
AdOns blockiert kann durch bestimmten Abfragen die Provision trotzdem zugeordnet werden.
Durch Trackingweichen wird diese Zuordnung komplett abgeschnitten und ist nicht mehr möglich.
Die Fingerprint Methode wurde von Netzwerken nicht aus Spaß eingesetzt sondern um ein faires Tracking
bieten zu können für User die teilweise auch Cookies unbewusst blockieren (Firewall mit Standardblocker usw.).
Setzt ein Affiliate eigene Links auf Produkte und vergisst dummerweise den Weichenparameter wird die Provision
nicht erfasst, dieser Parameter ist ja auch oft nicht für Affiliates ersichtlich bzw. ist der Zweck nicht bewusst.
Ein weiteres Problem mit dem sich dann auch wieder die wenigsten Merchants beschäftigen ist das setzen
von sauberen Cookies. Ich spreche hier die P3P Kompatibilität an, wer Cookies setzen will muss gewisse Richtlinien
einhalten damit diese überhaupt in den meisten Fällen erfasst werden können.
Beim P3P Protokoll gibt es klare Vorgaben und Anforderungen wie Log- oder Cookie- Daten behandelt
werden sollen. Einige Browser oder AdOns blockieren nicht P3P Kompatible Cookies automatisch,
es müssen auch Datenschutzerklärungen hinterlegt werden in denen der Besucher genau informiert wird
was über ihn gespeichert wird, und, und, und…
Man kann es wenden und drehen wie man will, das Thema Tracking ist nun mal Hauptjob der Netzwerke,
ist so vielseitig und bedarf schnelle Anpassungen und einen Überblick auf den gesamten Markt in diesem Bereich.
Es gibt natürlich auch Merchants die Trackingweichen einsetzen die absolut sauber und korrekt arbeiten,
es wäre unfair zu behaupten dass dies nicht so wäre.
Oft bekomme ich aber in Gesprächen zu diesem Thema mit das die wenigsten sich wirklich ausführlich damit
auseinandergesetzt haben oder die Agentur das halt mal empfohlen hat.


Anmerkung
Ich bin ein absoluter Verfechter offener Trackingsysteme da es immer noch die Fairste Lösung für alle Parteien ist,
kenne aber natürlich auch die Problematik hierbei.
Der wichtigste Faktor und eine absolut goldene Regel im Umgang mit Affiliates ist Transparenz!
Wer Provisionen stornieren muss sollte ganz klar den Stornogrund an den betroffenen Affiliate kommunizieren.
Auch die saubere Bearbeitung der Provisionen ist absolut wichtig, wer hat den eigentlichen Sale vermittelt,
welche Trackingmethode steckt dahinter.

Ist die Anzahl der Doppelbuchungen am steigen sollte hier lieber die jeweiligen Werbemethoden
(Art der Cookiesetzung) genau geprüft werden.
hier kann dann entsprechend gehandelt werden bevor die Provisionserfassung
durch z.B. Trackingweichen beschnitten wird.

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